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Ökologisch orientierter Hochwasserschutz an der Sauer im Bereich der Ortschaften Ralingen (D) und Steinheim (L)

Vers le niveau supérieur

Die Sauer bildet zwischen Wallendorf und Wasserbillig die Grenze zwischen dem Staatsgebiet des Großherzogtums Luxemburg und dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland. Der Fluss selbst ist Kondominium und stellt gemeinschaftliches deutsch-luxemburgisches Hoheitsgebiet dar.

Die Sauer ist regelmäßig von Hochwässern mit teils beträchtlichem Schadenspotential bedroht. So waren in den Jahren 1993, 1995 und 2003 die Ortschaften Ralingen (Deutschland) und Steinheim (Luxemburg) erheblich von großen Hochwasserereignissen der Sauer betroffen.

Während des Ereignisses am 3. Januar 2003, dessen Abfluss von Q=1.220 m3/s statistisch alle 50 Jahre erreicht oder überschritten wird, kam es zu folgendem Schadensbild:

In Ralingen trat die Sauer unterhalb der Wehranlage über die Ufer und flutete einen Großteil der Ortslage Ralingen. Gravierend war neben der Überflutungsfläche vor allem die Einstautiefe des überschwemmten Ortsteils.

Entlang der Ortslage Steinheim uferte die Sauer großflächig aus und flutete nahezu den gesamten Ort.

Grenzüberschreitende Analyse

Aufgabenstellung und Gefährdungsbild erforderten an der Sauer grenzübergreifende Lösungsansätze. Nur durch gemeinsames Vorgehen konnten die jeweiligen Möglichkeiten innerhalb des Gewässerabschnitts optimiert und Schwächen (z.B. Mangel an geeigneten Flächen) ausgeglichen werden. Eine einseitige technische Gefahrenabwehr hätte zwangsläufig zu einer stärkeren Gefährdung des Nachbarn geführt. Zudem standen teilweise auf der jeweiligen Gewässerseite keine geeigneten Flächen zur Verfügung oder die hydraulischen Randbedingungen waren nicht gegeben, um wirksame Maßnahmen zu implementieren. Alle getroffenen Maßnahmen mussten zwischen den vier Projektpartnern über die Landesgrenzen hinweg abgestimmt werden.

Das Ziel: weniger Schaden, weniger Gefahr

Ziel des Hochwasserschutzes ist es, die Hochwasserstände in den bewohnten Gebieten abzusenken, um so das Schadensausmaß wie auch die Gefahr für Leib und Leben zu minimieren. Für unkritische Bereiche wie Keller oder Straßen wird keine Hochwasserfreiheit angestrebt.

Als Maßstab wurde dabei das Januarhochwasser 2003 angelegt.

Die Maßnahmen: möglichst naturnah

Die Hochwasserschutzplanung sieht einen aktiven Hochwasserschutz unter Berücksichtigung der besonderen ökologischen Belange vor Ort vor. Als Leitbild für die Maßnahmen diente der historische Zustand der Sauer (Gewässerverlauf 1803-1820, Vorlandnutzung Anfang des 20. Jahrhunderts). Auf technisch aufwendige und ökologisch nachteilige Schutzbauwerke, wie Mauern oder Dämme, wurde gänzlich verzichtet. Bestehende künstliche Uferbefestigungen wurden größtenteils entfernt und unter Berücksichtigung der hydraulischen Anforderungen des Hochwasserschutzes einer möglichst natürlichen Uferentwicklung einschließlich Vegetation überlassen. Durch dieses Vorgehen wurden nicht nur Eingriffe in Natur und Landschaft vermieden, sondern auch Strukturen für flussauentypische Fauna und Flora wieder geschaffen.

Umsetzung der Maßnahmen

Aktion 1: Ralingen – Flussbettaufweitung

Aktion 2: Fënterwier – Aufweitung durch Neuanlage eines Nebenarms

Aktion 3: Steinheim – Aufweitung durch Aktivierung des historischen Verlaufs

Aktion 4: Edingen – Aufweitung durch Neuanlage eines Nebenarms

Aktion 5: Minden – Herrichtung einer Querschnittsverengung

Nachweis der Wirksamkeit

im Simulationsmodell

Mittels einer hydraulischen Machbarkeitsstudie wurde belegt, dass die Absenkung der Vorländer und das Auslichten der rückstauenden Ufervegetation die Abflusskapazitäten unterhalb der betroffenen Ortschaften vergrößert und letztere dadurch stark entlastet. Die hydraulischen Untersuchungen zeigen, dass der Wasserspiegel bei einem großen Hochwasser vergleichbar mit dem Januarhochwasser 2003 um bis zu 66 cm in Ralingen und um bis zu 87 cm in Steinheim abgesenkt werden kann.

in der Praxis

Dank der umgesetzten Maßnahmen blieben die betroffenen Ortslagen beim Hochwasser im Januar 2011 von Schäden weitgehend verschont. Darüber hinaus wurden die Belange von Natur und Landschaft durch eine ökologische Baustellenbetreuung während der Bauphase gesichert.

Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit des Projekts wird dadurch gesichert, dass die Projektpartner sich nach Abschluss der Bauarbeiten zu einer dauerhaften Unterhaltung verpflichtet haben, im Rahmen derer nach Hochwässern Erosionen und Anlandungen immer wieder beseitigt werden.

Projektpartner:

Commune de Rosport (federführend)

www.rosport.lu

Administration de la gestion de l’eau

http://www.eau.public.lu

Verbandsgemeinde Trier-Land

www.vg-trier-land.de

Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz Trier

www.sgdnord.rlp.de

Kosten

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 6,5 Millionen €. Das Projekt wurde zu 30 % aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programms Interreg IV A gefördert.

Projektverlauf

Die Planung und die spätere Bauleitung wurden vom Ingenieurbüro Schroeder & Associés durchgeführt.

Nach Auswertung der Ausschreibung erfolgte die Vergabe der Baumaßnahme im Mai 2009 an die ARGE SITP S.A., Kohl-Bau GmbH, Schnorpfeil GmbH & Co. KG. Im Juni 2009 begannen die Vorbereitungsarbeiten wie Baustelleneinrichtung, Kampfmittelsuche und die Koordinierung des Bodenabtransports. Der Spatenstich in Anwesenheit von der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Magrit Conrad sowie vom luxemburgischen Innenminister Jean-Marie Halsdorf fand am 9. Juli in Steinheim statt.

Im Ortsbereich Ralingen wurden die Arbeiten schon 2009 beendet, während die Arbeiten in Steinheim bis Dezember 2010 dauerten und somit sehr knapp vor dem Hochwasserereignis vom 7.-8. Januar 2011 größtenteils fertig gestellt waren. Einige Nacharbeiten sowie das Beseitigen der Hochwasserschäden wurden im Laufe des Jahres 2011 durchgeführt.

Die offizielle Einweihung der Hochwasserschutzmaßnahme fand am 4. Oktober 2011 in Steinheim statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch der Gründungsvertrag der Hochwasserpartnerschaft für den Bereich der Grenzsauer unterzeichnet.


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   Téléchargements internes  Formats
  * Projektbeschreibung Interreg-Antrag  PDF (321 Ko)
  * Projektvorstellung Büro Schroeder vom Interreg Projektbegleitausschuss  PDF (5811 Ko)
  * Baustellenschild  PDF (3360 Ko)
  * Fotos Bauablauf (werden regelmäßig aktualisiert)  PDF (10827 Ko)
  * Presse  PDF (1232 Ko)
  * Fotos 2010-2011 Steinheim  PDF (13156 Ko)
  * Broschüre: Ökologisch orientierter Hochwasserschutz an der Sauer im Bereich Ralingen (D) und Steinheim (L)  PDF (3609 Ko)
  * Artikel LW 13.1.2011  PDF (1008 Ko)
  * Artikel volksfreund.de 5.10.2011  PDF (47 Ko)
  * Fotos 2009-2011 Ralingen  PDF (6343 Ko)

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