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World Fish Migration Day

Vers le niveau supérieur

Weltweit wird am 21. Mai der „World Fish Migration Day - Tag der Wanderfische“ gefeiert, der vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde.

Durch weltweit vernetzte Veranstaltungen wird auf die Probleme von Wanderfischen in unseren Fließgewässerökosystemen aufmerksam gemacht, um der Öffentlichkeit verstärkt ins Bewusstsein zu rufen, dass die Wanderfische im Laufe ihres Lebenszyklus tausende von Kilometern zurücklegen und demnach auf die Durchgängigkeit unserer Fließgewässer angewiesen sind. Die Veranstaltungen bei denen am 21. Mai dieser Problematik besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, finden ihren Auftakt in Neuseeland und enden mit Sonnenuntergang an der Westküste Amerikas. Weltweit sind über 1.000 Organisationen am diesjährigen „World Fish Migration Day“ beteiligt.

Weitere Informationen und die Veranstaltungen sind unter folgenden Internetlinks zusammengefasst: http://www.worldfishmigrationday.com/events/1009/world-fish-migration-day-patagonia-aktionstag, http://www.wanderfische.eu

Warum muss die ökologische Durchgängigkeit an unseren Gewässern wiederhergestellt werden?

Querbauwerke haben sehr negative Auswirkungen auf die Fauna und Flora der Gewässer. Die Stau- und Ausleitstrecken verändern den aquatischen Lebensraum gravierend, die flussaufwärts gerichtete Durchgängigkeit wird unterbrochen, die flussabwärts gerichtete Durchgängigkeit beeinträchtigt und flussabwärts wandernde Fische verletzt oder gar getötet.

Die vielen Wehre an den Gewässern bewirken, dass Fische die Gewässer nicht mehr ungehindert durchwandern können, was zum Rückgang ihrer Populationen und sogar zum Aussterben bestimmter Fischarten führen kann. Die Aufstauung der Gewässer oberhalb der Wehre beeinflusst zudem die Temperatur und die Trübung und vermindert die Selbstreinigungskraft der Gewässer. Viele Habitate gehen durch Kolmation mit Sedimenten verloren. Die durch Querbauwerke herbeigeführte Veränderung der Gewässergeschwindigkeit und -dynamik werden dem Gewässer flussabwärts die für die Hydromorphologie wichtigen Strukturelemente (wie z. B. Kies) entnommen. Dies hat zur Folge, dass Kieslaicher wie Äsche und Bachforelle, die Hauptleitfischarten in den luxemburgischen Gewässern, ihre Lebensräume verlieren und in ihrem Bestand erheblich bedroht sind. Die biologische Durchgängigkeit der Fließgewässer ist jedoch nicht nur für die Fische, sondern für alle im Wasser lebenden Tiere von Bedeutung.

Die Zeit drängt

Das Erreichen des guten ökologischen Zustandes ist eine der Hauptvorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (RL 2000/60/EG) und dieser sollte bis Ende 2015 an den Gewässern hergestellt werden. Als Komponente des ökologischen Zustandes ist die ökologische Durchgängigkeit als verbindliche Forderung der Wasserrahmenrichtlinie festgehalten worden. Vom Ziel der Erreichung des guten ökologischen Zustandes ist Luxemburg noch weit entfernt. So waren 2015 nur 2 % der natürlichen Oberflächenwasserkörper in einem guten ökologischen Zustand. Von den insgesamt 110 Oberflächenwasserkörpern entsprach nur einer den geforderten Durchgängigkeitskriterien. Luxemburg ist durch weitere europäische Vorgaben (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG und Aalverordnung (EG) Nr. 1100/2007) verpflichtet, den Erhaltungszustand von Langdistanzwanderfischen wie u. a. Lachs und Aal zu schützen und zu verbessern.

Bei der Erstellung der Strukturgütekartierung die im Rahmen des zweiten Bewirtschaftungsplanes erstellt wurde, wurde die Durchgängigkeit für jeden Oberflächenwasserkörper, basierend auf mehreren Parametern, bewertet. Von den insgesamt 110 Oberflächenwasserkörpern wurde nur einer hinsichtlich der Durchgängigkeit als „gut“ bewertet, 3 wurden als „mäßig“, 35 als „unbefriedigend“ und 71 Oberflächenwasserkörper als „schlecht“ bewertet.

BewertungDurchgaengigkeit

Hauptbelastungen für die Beeinträchtigung der Durchgängigkeit sind die Wanderhindernisse (Querbauwerke, Verrohrungen, Durchlässe und Brücken), die mit der Strukturklasse 5 bewertet wurden. Von den insgesamt 11.201 untersuchten Kartierungsabschnitten wurden an 2.017 Abschnitten Durchgängigkeitshindernisse identifiziert (siehe Tabelle Durchgängigkeitshindernisse). Etwa die Hälfte davon (1.002 Abschnitte) beeinflusst die Durchgängigkeit nur geringfügig (Klasse „gut“). Weitere 796 Bauwerke sind als mittlere bzw. große Hindernisse eingestuft (Klasse „mäßig“ und „unbefriedigend“). In 219 Abschnitten befinden sich Hauptbelastungen bezüglich der Durchgängigkeit (Klasse „schlecht“). Zusammenfassend bedeutet diese Kartierung, dass 562 Querbauwerke eine signifikante Belastung auf Oberflächenwasserkörper ausüben.

Tabelle: Durchgängigkeitshindernisse

Querbauwerke

Verrohrungen

Durchlass / Brücke

Sehr gut

0

0

0

Gut

482

59

739

Mäßig

285

154

71

Unbefriedigend

208

73

187

Schlecht

69

16

139

Abschnitte (gesamt)

1.044

302

1.136

Die Ergebnisse der Strukturgütekartierung sind in den Steckbriefen der Oberflächengewässer auf der Internetseite der Wasserwirtschaftsverwaltung einsehbar.

Die Umsetzung der Projekte

Um die ökologische Durchgängigkeit an den Oberflächengewässern wieder herzustellen, müssen alle Querbauwerke, die über die gesamte Gewässerbreite reichen und in der Strukturkartierung als signifikant eingestuft wurden durchgängig gestaltet werden. Um dies zu erreichen wurde im zweiten Bewirtschaftungsplan eine Liste mit 52 prioritären Querbauwerken erstellt an denen die Durchgängigkeit bis 2021 wiederhergestellt werden soll.

Zudem sei erwähnt, dass Sanierungsarbeiten am Wehr in Rosport in der Untersauer 2017 beginnen werden und somit die Durchgängigkeit dort wieder hergestellt und das Erreichen eines wichtigen potenziellen Wanderziels (Zielgewässers) für aufsteigende Lachse ermöglicht werden soll.

Für die Fischdurchgängigkeit wird eine natürliche Lösung bevorzugt, bestenfalls wird die Durchgängigkeit über die Gesamtbreite des Fließgewässers wieder hergestellt, indem das Wanderhindernis vollständig entfernt wird. In den meisten Fällen jedoch können die vorhandenen Wanderhindernisse nicht ohne weiteres entfernt werden. Die Errichtung von sogenannten Fischwegen, sowohl für den Auf- als auch für den Abstieg, ist an den jeweiligen Wanderhindernissen in der Regel die einzige Möglichkeit, um die Gewässerdurchgängigkeit wiederherzustellen.

Da die Passierbarkeit eines Hindernisses durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie z. B. Absturzhöhe, Tiefe des Kolks unterhalb des Hindernisses, Überströmhöhe, Art des Wasserstrahls, Turbulenz usw. beeinflusst wird, wird von einem starren System der Beurteilung der Passierbarkeit alleine auf Basis der Absturzhöhe abgesehen und eine individuelle Beurteilung jedes einzelnen Bauwerks angestrebt.

Langdistanzwanderfische

Hydromorphologische Veränderungen bedingt durch Schifffahrt und Wasserkraftnutzung sowie Hochwasserschutz, Bodenverbesserung für die Landwirtschaft (Melioration) und Landgewinn, haben dazu geführt, dass die natürlichen Lebensräume an Rhein und Mosel sich deutlich verkleinert haben und viele ökologische Funktionen dieser beiden Lebensadern eingeschränkt wurden. In Luxemburg waren vor dem Ausbau der Mosel als Schifffahrtsstraße die Langdistanzfischarten wie Lachs, Meerforelle, Meerneunauge und Aal Bestandteil der heimischen Gewässerfauna. Mit dem Programm „Lachs 2020“, dem Bodensee-Seeforellenprogramm, den nationalen Aal-Managementplänen, dem „Biotopverbund am Rhein“ und verschiedenen Auen- bzw. Wanderfischprogrammen im Rheineinzugsgebiet und insbesondere dem im Jahr 2009 verabschiedeten „Masterplan Wanderfische Rhein“ liegen aber bereits wichtige Ansätze zu einer Verbesserung der Gewässerökologie im Gewässersystem des Rheins vor [http://www.iksr.org/de/index.html]. Das Zusammenwirken der Anstrengungen die im Rahmen der erwähnten internationalen Programme getätigt werden und der Maßnahmen im Hinblick auf die Durchgängigkeit, wie sie im zweiten Bewirtschaftungsplan vorgesehen sind, können die Wiederbesiedlung von Wanderfischarten wie Lachs, Meerforelle oder Aal luxemburgischer Gewässer langfristig ermöglichen.

Aufgrund der Fortschritte bei der Wiederherstellung der Erreichbarkeit bzw. Passierbarkeit der Reproduktionsgewässer am Rhein in den letzten 20 Jahren, hat sich die Bestandssituation der Langdistanzwanderfische dort stark verbessert. Auch an der Mosel werden nach und nach die dort vorhandenen Staustufen für Wanderfische durchgängig gestaltet. Insgesamt 11 Staustufen trennen die Fische von der Sauer bis zur Mündung der Mosel in Koblenz in den Rhein. An der Moselstaustufe in Koblenz wurde im Jahr 2011 eine neue Fischaufstiegsanlage eröffnet. Um die auf- und absteigenden Fische zu überwachen hat die Bundesanstalt für Gewässerkunde in der Anlage einen automatischen Fischzähler installiert und ermöglicht den Besuchern in der Erlebniswelt „Mosellum“ in die Welt der Wanderfische einzutauchen.

Mit dem Bau der Fischauf-(und -ab)stiegsanlagen und der Wiederherstellung der Durchgängigkeit an der Mosel, der Sauer und den Nebengewässern der Sauer, wird der Lachs in einigen Jahren auch wieder in die luxemburgischen Gewässersysteme einwandern können.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.gouvernement.lu/6011365/19-world-fishing-day



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